Lavendelblütentinktur: Anwendungsmöglichkeiten und Rezept

Lavendel hat einen sehr aromatischen Duft. Nicht nur als Zutat in der Küche, auch als Heilpflanze ist er vielseitig einsetzbar. Die vor allem in den Lavendelblüten enthaltenen ätherischen Ölen wirken auf das zentrale Nervensystem beruhigend, entspannend und ausgleichend. Die wohltuende Wirkung von Lavendel kann man mithilfe einer Lavendelblütentinktur als Hausmittel bei leichteren Beschwerden einsetzen.

Welche förderlichen Stoffe enthält Lavendel?

Lavendel hat zahlreiche Inhaltsstoffe, davon etwa 1-3% ätherische Öle. Die ätherischen Öle sorgen für den aromatischen und charakteristischen Duft des Lavendel, aber auch für zahlreiche positive Wirkungen. Ansonsten sind auch Kumarine, Lippenblütlergerbstoffe, Flavonoide, Saponine und Phytosterole enthalten.

Bei sehr empfindlichen Personen kann das im Lavendel enthaltene Kumarin Kopfschmerzen verursachen.

Welche Wirkungen hat Lavendel?

Lavendel wirkt durch die ätherischen Öle beruhigend und entspannend, aber auch kreislaufstärkend und konzentrationsfördernd. Bei Einschlafproblemen, psychischem Stress, Kopfschmerzen und Verdauungsbeschwerden kann Lavendel zur Entspannung, Angstlösung und Entkrampfung beitragen.

Eine weitere heilsame Wirkung hat Lavendel besonders in Form von Lavendelöl bei Wunden und Verbrennungen. Hier kann es rasch den Schmerz lindern, desinfizieren und eine narbenfreie Wundheilung ohne Blasenbildung beschleunigen. Auch bei Juckreiz kann man Lavendelöl einsetzen.

Lavendel hat außerdem eine durchblutungsfördernde Wirkung. Bei Gicht- und Rheumabeschwerden hat er sich als Einreibemittel in Form von Öl oder einer Tinktur bewährt.

Wie kann man Lavendel als Hausmittel einsetzen?

Lavendel ist vielseitig einsetzbar. Getrocknete Blüten können als Entspannungs-Tee oder -Bad aufgegossen werden. Bei unruhigen Babys soll ein über dem Bettchen aufgehängtes Sträußchen Wunder wirken. Frische Stängel mit Blüten lassen sich außerdem zur Herstellung von Lavendelwasser für die Gesichtspflege einsetzen, da Lavendel leicht desinfizierend wirkt.

Lavendelöl ist in gut sortierten Apotheken, Reformhäusern und Bioläden erhältlich. Es ist eines der wirksamsten Heilöle bei Wunden und Verbrennungen. Außerdem lindert es den Juckreiz bei Insektenstichen oder bei Windpocken.

Lavendelblütentinktur ist ein Alkoholauszug aus Lavendelblüten, der sich leicht selbst herstellen lässt. Hierfür werden die frischen Blüten in hochprozentigen Alkohol eingelegt, um die ätherischen Öle und Wirkstoffe dauerhaft zu konservieren und als Hausmittel einsetzbar zu machen.

Äußerliche Anwendungsmöglichkeiten von Lavendelblütentinktur

Eine Lavendelblütentinktur ist äußerlich vielseitig anwendbar.

Bei leichtem Sonnenbrand wirkt die Tinktur desinfizierend und sorgt für eine schnelle Wundheilung. Hierfür mit dem Pump-Spray Lavendelblütentinktur auf die betroffenen Hautstellen sprühen. Auch Lavendelöl hilft.

Die Lavendelblütentinktur fördert auch als Einreibemittel die Durchblutung bei rheumatischen Beschwerden oder Neuralgien.

Bei Migräne und Spannungskopfschmerzen können ein paar Tropfen Tinktur mit der Pipette auf die Schläfen gegeben und sanft einmassiert werden (funktioniert auch mit Lavendelöl).

Zur Erfrischung und Entspannung im Sommer kann man verdünnte Lavendelblütentinktur (1EL/Glas Wasser) auf die geschwollenen, heißen Füße geben.

Ich persönlich verwende selbst gemachte Lavendelblütentinktur sehr gerne als Gesichtswasser zwischen Reinigung und Eincremen. Lavendel sorgt für eine gründliche Desinfektion der Haut und beugt so Pickeln und Mitessern vor.

Innerliche Anwendungsmöglichkeiten von Lavendelblütentinktur

Lavendelblütentinktur eignet sich aber auch zur innerlichen Anwendung. Hierfür nimmt man dreimal täglich 1TL Tinktur über mehrere Wochen zu sich.

Bei psychisch bedingter Angst, Unruhe, depressiver Verstimmung, Stress und Einschlafproblemen kann eine regelmäßig eingenommene Lavendelblütentinktur ein ergänzendes Begleitmittel zu einer Therapie darstellen. Auch bei psychosomatischen Beschwerden des Verdauungstrakts wie Reizmagen, Reizdarm und starken Blähungen, die durch Stress und Anspannung bedingt sind, kann Lavendel die Entspannung begünstigen.

Rezept für selbstgemachte Lavendelblütentinktur

Zutaten

  • 1 Handvoll frisch geerntete, möglichst geschlossene Lavendelblüten
  • 200-350ml 40%-iger neutraler Alkohol, z.B. Weingeist, Wodka oder Kornbrand

Utensilien

  • Weites Schraubglas mit Deckel
  • Teenetz oder Sieb
  • Dunkle Flasche mit Pipetten- oder Spray-Aufsatz

So wird’s gemacht

  1. Lavendelblüten in das Schraubglas geben und mit Alkohol aufgießen, so dass alle Blüten mit Alkohol bedeckt sind.
  2. 3-6 Wochen ziehen lassen, täglich schütteln.
  3. Tinktur durch ein Teenetz oder Sieb filtern und in dunkle Flasche mit Pipetten- oder Spray-Aufsatz füllen.

Tipp: Das Rezept für die Lavendelblütentinktur lässt sich auch bei anderen Heilpflanzen und Blüten zur Herstellung einer Tinktur anwenden, z.B. Bärlauchtinktur, Rosenblütentinktur, usw.

Literatur

Ursel Bühring: Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben. Stuttgart 2015 (3. Auflage), S. 162-165.

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