Ein Fitness-Stinker: Harzer Käse

Geliebt und gehasst zugleich: Harzer Käse. Kennt ihr noch nicht? Man nennt ihn des öfteren auch Handkäse oder Harzer Roller. Das kommt von der Herstellungsweise. Magerquark wird traditionellerweise mit der Hand zu einer Rolle geformt, die dann einige Zeit reift. Später schneidet man die Rolle dann in Scheiben. Es handelt sich schlichtweg um gereiften, gemein gesagt: vergammelten Käse.

Ein Fitness-Stinker

Aus Sicht der Fitness ist der handgeformte Käse ein kleines Wunder. Er überzeugt durch satte 30% Eiweiß und nahezu kein Fett und keine Kohlenhydrate.

Wenn da allerdings nicht ein Haken an diesen Traumwerten wäre. Dafür möchte ich ein Paar poetischer Verse zitieren:

Es sprach der Herr von Finkenstein:

Die Harzer Käslein stinken fein

Ich denke, das spricht für sich. Als Germanistin fasziniert mich natürlich auch der stimmige Versbau und der gekonnt gesetzte Schüttelreim am Versschluss („Finkenstein“ / „stinken fein“). Aber das nur nebenbei…

Jedenfalls stinkt der Harzer Käse, und das nicht zu knapp. Der Geruch und Geschmack erinnert mich immer irgendwie an „Kuh“. Naja, man muss es mögen.

Ein Low-Carb- und Proteinwunder

Wie schon erwähnt hat der Harzer Käse ziemlich viel Protein (30%), dazu so gut wie kein Fett. Alle Low-Carb-Fans freuen sich auch über die nicht vorhandenen Kohlenhydrate.

Für eine kalorienreduzierte Diät eignet sich der Harzer Käse also prima als Proteinquelle. So kann man seinen Proteinbedarf ohne Shakes und Riegel auf natürliche Weise decken.

Was nunmal fehlt, ist der mundige Geschmack. Fett und Zucker sind eben die besten Geschmacksträger. Und davon hat der Harzer so gut wie nichts.

Wie kann man „das“ eigentlich essen?

Ja, wie kann man denn nur „das“ essen, wenn es so zur Hölle stinkt. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  1. Augen zu und durch! Pur genießen. Am besten morgens zum Frühstück, noch vor dem Training. 😉
  2. So mit anderen rezenten Zutaten vermischen, dass man es nicht mehr schmeckt. Den Geschmack der Eiweiß-Stinkebombe in die Suppe oder den Eintopf geben und er wird darin untergehen. Oder als Harzer Smoothie mit viel grünem Gemüse und reifem Obst frisch anpüriert – hm! 😉
  3. Jetzt einmal Spaß beiseite: Als würzende Zutat in kleineren Mengen verwenden. Z.B. als Topping im Salat.
  4. Traditionell wird er zu dunklem Brot, Bier und Apfelwein gereicht. Auch der Handkäs mit „Musik“ (Zwiebeln und Marinade) erfreut sich großer Beliebtheit.

Es soll ja tatsächlich Leute geben, denen der Stinkehandkäse richtig schmeckt. Bei mir war das auch einmal so, wie man z.B. an einem meiner Rezepte sehen kann. Heute betrachte ich den Harzer Käse als eine Art Medizin.

Mich stört der hohe Salzgehalt ein wenig. Der Geschmackssinn ändert sich eben.

Wie findet ihr Harzer Käse?

Probieren geht über Studieren

Am besten probiert man einfach selbst einmal den Harzer Käse, wenn man ihn noch nicht kennt.

Es gibt verschiedene Varianten, mit und ohne Kümmel.

Übrigens reift der Harzer Käse auch im Kühlschrank noch nach. Zu Beginn ist er innen eher krümeliger und erinnert noch mehr an Quark. Später reift er immer weiter von außen nach innen. Er wird dann goldgelb und duftet und schmeckt noch kräftiger.

1 Gedanke zu “Ein Fitness-Stinker: Harzer Käse

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